Weißrussland hofft bei Ost-Gipfel in Brüssel auf Annäherung zur EU

24.11.2017 09:23

Brüssel (dpa) - Die frühere Sowjetrepublik Weißrussland hofft auf
eine weitere Annäherung an die Europäische Union vor allem in
Handelsfragen. «Wir sind an einer Zusammenarbeit im Energiebereich
interessiert und an den Erfahrungen der EU bei der Verbesserung des
Wirtschaftssystems», sagte Außenminister Wladimir Makej am Freitag zu
Beginn des Gipfels der Östlichen Partnerschaft in Brüssel. Makej
betonte, er hoffe auf ein neues Abkommen zwischen Minsk und Brüssel.
«Wir wollen, dass dieser Gipfel ergebnisorientiert sein wird.»

Das autoritär geführte Weißrussland ist ein enger Partner Russlands.

Militärisch und wirtschaftlich arbeiten die «Bruderstaaten» auf
vielen Ebenen zusammen. Weißrussland ist auch Teil der von Russland
dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion.

Makej versuchte, Bedenken über mögliche Interessenkonflikte zu
zerstreuen. Weißrussland stehe zwischen zwei großen Lagern, Russland
und der EU, sagte er. «Sie sind Rivalen. Aber wir wollen aus dieser
Situation herauskommen. Wir wollen keine neuen Trennlinien schaffen.
Wir wollen die Integrationsprozesse mit der Eurasischen
Wirtschaftsunion und der EU kombinieren», sagte der Chefdiplomat.

«Zu sagen, dass dieses Programm (der östlichen Partnerschaft) für
Minsk sehr wichtig sei, wäre nicht richtig», sagte hingegen der
Politologe Waleri Karbalewitsch der Deutschen Presse-Agentur. Es sei
ein Element für eine Verbesserung der Beziehungen, aber nicht mehr.
Vor seiner Reise nach Brüssel war Makej auch in Moskau. «So schwingt
das Pendel von der einen auf die andere Seite. Aber in die östliche
Richtung mit deutlich größerem Ausschlag», sagte Karbalewitsch.



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