Litauens Präsidentin: Moskau hinter Lukaschenkos EU-Gipfel-Absage

24.11.2017 11:12

Vilnius (dpa) - Nach Ansicht von Litauens Staatspräsidentin Dalia
 
Grybauskaite steckt Russland hinter der EU-Gipfel-Absage von
Weißrusslands Machthaber Alexander Lukaschenko. «Moskau, nicht Mins
k
trifft die Entscheidungen, wer wo hingeht», sagte sie am Freitag
vor ihrer Abreise zum Gipfel der Östlichen Partnerschaft in Brüss
el.
Wie schon die russisch-weißrussische Militärübung «Zapad» gez
eigt
habe, bestimme Moskau und nicht Minsk, was auf weißrussischem
Territorium geschehe, sagte Grybauskaite im litauischen Radio.

Lukaschenko, der bis 2016 auf der EU-Sanktionsliste stand, hat 
eine Einladung zum Gipfeltreffen der EU-Staaten mit ihren östlichen

Partnerländern ausgeschlagen. Stattdessen wird Außenminister Wladim
ir
Makej das autoritär regierte Weißrussland vertreten. Das Land ist ein

enger Partner Russlands. Militärisch und wirtschaftlich arbeiten die
«Bruderstaaten» auf vielen Ebenen zusammen. Weißrussland ist auch

Teil der von Russland dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion.

Nach Angaben von Grybauskaite sind die Beziehungen zur benachbarten
Ex-Sowjetrepublik Weißrussland «leider kompliziert». Belastet
werde das Verhältnis neben der militärischen Zusammenarbeit Minsks

mit Russland auch von  dem sich im Bau befindlichen weißrussische

Atomkraftwerk, sagte die litauische Präsidentin. 

Weißrussland baut 50 Kilometer von der litauischen Hauptstadt Vilnius
entfernt trotz Vorbehalten des EU-und Nato-Staates mit russischer
Hilfe zwei Reaktoren. Litauen hat Minsk wiederholt vorgeworfen, dabei

internationale Sicherheits- und Umweltstandards zu missachten.  Die 

weißrussische Regierung hält die Kritik für unbegründet.



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