Eurokurs steigt über 1,19 US-Dollar - Höchster Stand seit September

24.11.2017 16:54

Frankfurt/Main (dpa) - Der Kurs des Euro hat am Freitag von der
Aussicht auf eine Regierungsbildung in Deutschland und einem erneuten
Rekordhoch des Ifo-Geschäftsklimas profitiert. Am Nachmittag stieg
die Gemeinschaftswährung über 1,19 US-Dollar und erreichte bei 1,1929
Dollar den höchsten Stand seit September. Die Europäische Zentralbank
(EZB) hatte den Referenzkurs zuvor deutlich niedriger auf 1,1877
(Donnerstag: 1,1848) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit
0,8420 (0,8440) Euro gekostet.

Nach Einschätzung der Commerzbank-Expertin Thu-Lan Nguyen lieferte
die jüngste politische Entwicklung «positive Argumente für den Euro
».
Die SPD bewegt sich in der Diskussion über eine mögliche Neuauflage
der Großen Koalition. SPD-Chef Martin Schulz hatte angekündigt, die
Parteibasis über eine mögliche Regierungsbeteiligung abstimmen zu
lassen. Zuvor hatte er eine Große Koalition mehrfach strikt
ausgeschlossen.

Daneben sei auch die jüngste Entwicklung beim Ifo-Index ein Grund for
die Eurostärke, sagte die Expertin. Das wichtigste deutsche
Konjunkturbarometer hatte im November überraschend ein neues
Rekordhoch erreicht. «Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine
Hochkonjunktur zu», kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das
Umfrageergebnis.

Außerdem erkannten Marktbeobachter weiterhin eine Dollar-Schwäche am
Devisenmarkt. Zuletzt hatten sich amerikanische Notenbanker besorgt
über die vergleichsweise schwache Inflation in den USA gezeigt, was
für einen vorsichtigen Kurs der US-Notenbank Fed bei künftigen
Zinserhöhungen spricht. Dies belastet den Dollarkurs bereits seit der
Wochenmitte und sorgt im Gegenzug für Auftrieb beim Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,89120 (0,89005) britische Pfund, 132,24 (131,79)
japanische Yen und 1,1650 (1,1613) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1290,50 (1290,35)
Dollar gefixt.



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