Iran: Kommandeur droht EU bei Einmischung ins Raketenprogramm

26.11.2017 10:47

Teheran (dpa) - Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben die
Europäische Union vor einer Einmischung in das iranische
Raketenprogramm gewarnt. «Sonst betrachten wir auch die Europäer als
Bedrohung und werden dementsprechend handeln», sagte der
IRGC-Vizekommandeur Hussein Salami laut der Nachrichtenagentur ISNA
am Sonntag. Er drohte dabei mit der Verlängerung der Reichweite der
iranischen Raketen. Die USA gehen mit Sanktionen gegen die iranische
Raketenentwicklung vor und wollen die Europäer dazu bringen, sich
ihnen anzuschließen.

Teheran betont, dass seine Raketenrüstung lediglich der Verteidigung
des Landes diene und nichts mit dem Wiener Atomabkommen von 2015 zu
tun habe, das den Iran vom Bau von Atomwaffen abhalten soll. Die
Europäer sollten dies anerkennen und das legitime Recht des Irans auf
Verteidigung auch mit Raketen nicht infrage stellen. 

Laut Salami haben die iranischen Mittelstreckenraketen eine
Reichweite von 2000 Kilometern. Das reiche militärstrategisch zur
Verteidigung des Landes aus. Auch habe der Iran bisher Europa nicht
als Bedrohung angesehen. «Aber wenn sie sich in unser Raketenprogramm
einmischen, dann werden wir diese Begrenzung aufheben und die
Reichweite unserer Raketen sogar bis Europa erweitern», sagte er. 

Auch werde der Iran nicht zulassen, dass Europa darüber entscheide,
welches Land die iranische Unterstützung haben solle und welches
nicht, sagte Salami. Die Revolutionsgarden sind im Land sehr
einflussreich, bestimmen aber nicht die Außenpolitik. Aussagen von
IRGC-Kommandeuren sind nicht der offizielle Standpunkt der Regierung.
Präsident Hassan Ruhani hat mehrmals heftige außenpolitische Aussagen
der IRGC kritisiert, ohne sie verhindern zu können.



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