Deutsche Europapolitiker mahnen EU zu Geschlossenheit gegenüber China

27.11.2017 05:00

Berlin (dpa) - Europapolitiker von SPD und Union haben die EU zu
einer einheitlichen Haltung in den Beziehungen zu China aufgerufen.
«Chinas Investitionen in Osteuropa bergen die Gefahr einer
zunehmenden Spaltung der EU», sagte der Vorsitzende des
Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange (SPD), den Zeitungen
des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Montag). «Es ist zu befürchten,
dass sich China mit seiner Unterstützung für osteuropäische Länder

mittelbar Einfluss auf die europäische Politik erkauft», betonte
Lange anlässlich des am Montag geplanten Treffens von Chinas
Ministerpräsidenten Li Keqiang mit Amtskollegen aus 16 mittel- und
osteuropäischen Staaten in Budapest. Er forderte, bei Geldflüssen
genauer hinzuschauen.

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hob einerseits die
Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit China hervor: «Europa
und China tragen eine immer größere gemeinsame Verantwortung für die

Weltgemeinschaft.» Zugleich mahnte der Vorsitzende der konservativen
EVP-Fraktion im EU-Parlament mehr Geschlossenheit gegenüber Peking
an. «Die Europäische Union muss, wenn es drauf ankommt, als
Gemeinschaft auftreten. Nur so haben wir das nötige Gewicht, um
unsere Vorstellungen gegenüber der zunehmend selbstbewussten
chinesischen Staatsführung durchzusetzen», betonte Weber. Der
China-Mittel-Ost-Europa-Gipfel (16+1) findet seit 2012 jährlich
statt. Im Mittelpunkt stehen Infrastrukturprojekte in der Region.



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