Brüssel legt neue Regeln für Online-Zahlungsverkehr vor

27.11.2017 18:16

Brüssel (dpa) - Online-Geldtransfers in Europa sollen nach dem Willen
der EU-Kommission künftig sicherer werden. Demnach sollen in Zukunft
etwa beim Zugriff auf Online-Konten oder bei Internet-Überweisungen
mindestens zwei unabhängige Sicherheitsschritte erforderlich werden.
Dies können eine Karte oder ein Mobiltelefon kombiniert mit einem
Passwort oder PIN-Code oder auch mit einem biometrischen
Erkennungsmerkmal wie etwa einem Fingerabdruck sein, wie die Behörde
am Montag in Brüssel mitteilte. Damit solle die Missbrauchsgefahr
reduziert werden. Allerdings sind eine Reihe von Ausnahmen
vorgesehen, etwa bei Zahlungen geringer Summen.

Die nun konkretisierten Vorschriften sollen im Rahmen der sogenannten
PSD2-Richtlinie gelten. Die «Payment Service Directive» bricht das
lukrative Monopol der Banken beim Zugriff auf Kontodaten. Künftig
müssen Geldhäuser auch Drittanbietern wie Finanz-Start-ups
(«Fintechs») den Zugriff auf Konten und Daten ihrer Kunden
ermöglichen - allerdings nur, wenn die Kunden ausdrücklich zugestimmt
haben. Die Richtlinie soll Anfang 2018 in Deutschland in nationales
Recht umgesetzt werden.

Das Europaparlament und die EU-Staaten können die zusätzlichen
Sicherheitsbestimmungen nun noch drei Monate lang unter die Lupe
nehmen. Banken haben anschließend 18 Monate Zeit, die Bestimmungen
einzuführen.

Der europäische Verbraucherverband Beuc kritisierte, dass in den
Regeln zu viele Ausnahmen vorgesehen seien. «Zum Beispiel sind alle
Transaktionen unter 30 Euro ausgenommen», sagte
Beuc-Generaldirektorin Monique Goyens. Für den CSU-Europapolitiker
Markus Ferber gehen die Vorschläge hingegen in die richtige Richtung.



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