Hendricks nimmt Merkel in die Pflicht: «Vertrauensbildende Maßnahmen»

28.11.2017 11:36

Berlin (dpa) - Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat Kanzlerin
Angela Merkel nach dem Streit über das deutsche Votum für eine
weitere Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat in die Pflicht
genommen. «Es müssen auf jeden Fall vertrauensbildende Maßnahmen
vonseiten der Union kommen», sagte die SPD-Politikerin dem
Deutschlandfunk am Dienstag im Hinblick auf die Aufnahme möglicher
Gespräche über eine große Koalition. Diese Maßnahme müsse «in
der Tat
von der Kanzlerin kommen».

Eine Entlassung von CSU-Agrarminister Christian Schmidt wäre ein
solcher Schritt, sagte Hendricks: «Das heißt aber nicht, dass ich das
fordere, sondern es liegt in der Verantwortung der Bundeskanzlerin,
eine echte vertrauensbildende Maßnahme jetzt tatsächlich zu finden,
die es überhaupt ermöglicht, sinnvolle Gespräche zu führen.»

Schmidt hatte am Montag in der EU für eine Verlängerung der
Glyphosat-Zulassung gestimmt - gegen den ausdrücklichen Willen der
SPD und seiner Ministerkollegin Hendricks. 

Des Weiteren erklärte die Umweltministerin, dass die Verantwortung
über Glyphosat im bisherigen Ressortzuschnitt nicht richtig
aufgehoben sei. «Und die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln kann
nicht auf Dauer im Landwirtschaftsministerium bleiben», sagte
Hendricks: «Vielleicht muss die zum Beispiel ins
Gesundheitsministerium.» Im Agrarministerium gebe es «nicht genug
Kontrolle und nicht genug Abstand».



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