Diskussion um Glyphosat-Entscheidung auch in Sachsen-Anhalt

28.11.2017 16:22

Magdeburg (dpa/sa) - Die Zustimmung von Bundeslandwirtschaftsminister
Christian Schmidt (CSU) zur weiteren Zulassung von Glyphosat hat auch
in Sachsen-Anhalt Diskussionen ausgelöst. Die CDU-Fraktion begrüßte
die Entscheidung. Ein Verbot hätte nicht vorhersehbare Folgen für die
gesamte europäische Landwirtschaft gehabt, erklärte der
landwirtschaftspolitische Sprecher Guido Heuer am Dienstag.

Die Reaktion folgte prompt. Noch ein paar solcher Attacken aus der
Union und es gebe in Berlin nichts mehr zu sondieren, schrieb die SPD
Sachsen-Anhalt bei Twitter. Zuvor hatten bereits mehrere
SPD-Bundespolitiker Schmidts Entscheidung als Belastung für mögliche
Gespräche über eine große Koalition in Berlin bezeichnet.

Bei der Abstimmung auf EU-Ebene hatte der deutsche Vertreter auf
Geheiß Schmidts am Montag für die weitere Verwendung des umstrittenen
Unkrautvernichters gestimmt. Bislang hatte sich Deutschland der
Stimme enthalten, weil Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gegen
das Unkrautgift war, Schmidt jedoch dafür. Bundeskanzlerin Angela
Merkel rügte Schmidt am Dienstag für seinen Alleingang.

Sachsen-Anhalts Grüne bezeichneten die Weiterzulassung von Glyphosat
als Skandal. Mit seinem Alleingang schade Schmidt aber nicht nur
Umwelt, Menschen und Tieren, sondern auch Deutschland, erklärte die
agrarpolitische Sprecherin Dorothea Frederking. Die Linke forderte
von der Landesregierung, sich auf Bundesebene für ein Verkaufsverbot
von Glyphosat in Deutschland einzusetzen.



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