Britische Berichte: Annäherung im Streit um die Brexit-Rechnung

28.11.2017 20:41

London/Brüssel (dpa) - Beim Streit um die Brexit-Schlussrechnung gibt
es übereinstimmenden britischen Medienberichten zufolge eine
Annäherung zwischen London und Brüssel. Der «Telegraph» berichtete
am
Dienstagabend unter Berufung auf Verhandlungskreise, beide Seiten
hätten sich im Grundsatz geeinigt. Eine genaue Summe sei noch nicht
festgelegt worden, sie werde aber je nach Auslegung einer
vereinbarten Berechnungsmethode zwischen 45 und 55 Milliarden Euro
liegen. Auch die «Financial Times» berichtete von einer Einigung.

Die EU-Kommission kommentierte die Berichte nicht. Aus EU-Kreisen
hieß es allerdings, in der Finanzfrage gebe es Bewegung. Auch aus
London gab es keine offizielle Bestätigung, Fortschritte wurden aber
angedeutet. «Wir untersuchen, wie wir weiterhin auf die jüngste
Dynamik in den Gesprächen aufbauen können», teilte das
Brexit-Ministerium in London auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur
mit.

Brüssel hatte London bis kommende Woche Zeit für Zugeständnisse bei
den Brexit-Verhandlungen gegeben. Bis dahin muss «ausreichender
Fortschritt» in drei Punkten erreicht sein, um wie ursprünglich
geplant Mitte Dezember die Verhandlungen über die künftigen
Beziehungen zwischen beiden Seiten einzuleiten. Neben der
Brexit-Schlussrechnung geht es um die EU-Außengrenze zwischen Irland
und dem britischen Nordirland sowie die Rechte der EU-Bürger in
Großbritannien und der Briten auf dem Kontinent. Die irische
Grenzfrage gilt derzeit als heikelster Punkt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will am 4. Dezember mit
der britischen Premierministerin Theresa May Bilanz über die
bisherigen Verhandlungen ziehen.



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