«Ernster Zwischenfall»: Iran verweigert Bulgarien-Maschine Überflug

29.11.2017 14:55

Sofia (dpa) - Der Iran hat Bulgariens Regierungsflugzeug mit
Ministerpräsident Boiko Borissow und Ex-König Simeon II. an Bord
aufgefordert, seinen Luftraum zu verlassen. Die Maschine war am
Dienstag auf dem Weg nach Saudi-Arabien, das den Iran als Erzfeind
betrachtet. Der Flieger sei sofort in die Türkei zurückgekehrt und
nach Absprache über den Irak weiter nach Riad geflogen, wie die
bulgarische Außenministerin Ekaterina Sachariewa am Mittwoch in einer
Mitteilung aus Riad erläuterte.

Das iranische Außenministerium erklärte, dass das bulgarische
Regierungsflugzeug leicht vom Kurs abgekommen sei und deswegen
gebeten wurde, den Luftraum zu verlassen, wie das Staatsradio in
Sofia unter Berufung auf Sachariewa berichtete.

«Dies war ein ernster Zwischenfall mit nicht vorhersagbaren Folgen»,

meinte der bulgarische Parlamentarier und
Sicherheitsexperte Slawtscho Welkow. «Bulgarien hat riskiert,
gleichzeitig ohne Regierungschef und ohne König zu bleiben.» Der
Leiter der iranischen Botschaft in Sofia sei ins bulgarische
Außenministerium gerufen worden, sagte Sachariewa.

Ex-König Simeon II. von Sachsen Coburg-Gotha, der von 2001 bis 2005
auch Bulgariens Regierungschef gewesen war, ist Ehrengast bei der
Visite von Borissow in Saudi-Arabien. Aus seiner Exilzeit während des
Kommunismus hat Simeon II. ausgezeichnete Kontakte zu Vertretern
arabischer Königshäuser, die er in den 1950er Jahren im ägyptischen
Alexandria geknüpft haben soll.

Sofia strebt engere wirtschaftliche Beziehungen zu Saudi-Arabien an.
Bulgarien übernimmt am 1. Januar 2018 den EU-Ratsvorsitz.



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