EU-Afrika-Gipfel entsetzt über Berichte aus Libyen

29.11.2017 17:11

Abidjan (dpa) - Mit Appellen für ein gemeinsames Vorgehen gegen
Menschenhandel und Sklaverei in Libyen hat in der Elfenbeinküste der
EU-Afrika-Gipfel begonnen. Gipfel-Gastgeber Alassane Ouattara rief
die internationale Gemeinschaft zu sofortigen Maßnahmen «gegen die
unmenschliche Behandlung von Migranten» in dem Land auf. Die
Situation dort erinnere «an die schlimmsten Stunden der Menschheit»,
sagte Ouattara vor dem Hintergrund von Berichten, nach denen
Migranten in Libyen als Sklaven verkauft werden.

Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk und der Präsident der Afrikanischen
Union, Moussa Faki, forderten zum Auftakt des zweitägigen Gipfels ein
gemeinsames Handeln. Tusk nannte die Berichte aus Libyen
«entsetzlich». Faki fragte: «Wie lange sollen wir machtlos bleiben,
ohne etwas zu tun?» Die EU und Afrikanische Union hätten eine
gemeinsame moralische Verantwortung. Sklaverei und Armut auf dem
afrikanischen Kontinent seien keine Naturgesetze, sondern von den
Menschen gemacht.

Wie die Lage in Libyen verbessert werden könnte, blieb am Mittwoch
zunächst offen. Die EU versucht seit Jahren, dazu beizutragen, das
nach dem Tod von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi ins Chaos
gestürzte Land politisch zu stabilisieren. Bislang allerdings ohne
größeren Erfolg.

Der EU-Afrika-Gipfel soll an diesem Donnerstag mit einer
Abschlusserklärung enden. In ihr wollen die Teilnehmer vor allem
darlegen, wie die Zukunftsperspektiven für die jungen Menschen in
Afrika verbessert werden könnten.



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