Sklavenhandel in Libyen: Krisensitzung am Rande des EU-Afrika-Gipfels

29.11.2017 20:13

Abidjan (dpa) - Angesichts der dramatischen Situation von Migranten
in Libyen loten Deutschland und Frankreich gemeinsam mit weiteren
Partnern Handlungsoptionen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte
am Rande des EU-Afrika-Gipfels in Abidjan, bei einem kurzfristig
angesetzten Treffen am Mittwochabend solle es unter anderem darum
gehen, dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und der Internationalen
Organisation für Migration (IOM) Zugang zu den «schrecklichen Lagern»

in Libyen zu verschaffen.

Zudem soll nach Merkels Angaben dafür gesorgt werden, dass junge
Menschen aus Libyen unter menschlichen Bedingungen in ihre Heimat
zurückkehren könnten. In bestimmten humanitären Notfällen sollten
einzelne Menschen auch in Europa aufgenommen werden können.

Aus den Flüchtlingslagern in Libyen hatte es zuletzt immer wieder
Berichte über Folter, Vergewaltigungen und Morde gegeben. Zudem
sollen Migranten demnach sogar als Sklaven verkauft werden.

Neben Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sollten der
libysche Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch sowie Vertreter des
Nigers, des Tschads, der Vereinten Nationen sowie der Europäischen
und Afrikanischen Union teilnehmen. Man müsse erreichen, dass der
libysche Premierminister dort, wo er im Land Einfluss habe, bereit
sei, die Lager zu öffnen, sagte Merkel.

Dann müsse die Afrikanische Union mit allen Stämmen und Gruppen in
Libyen sprechen, da der Ministerpräsident nicht auf alle Bereiche
seines Landes Zugriff habe. Schritt für Schritt müsse es dann
ermöglicht werden, dass die internationalen Organisationen wieder
permanent in Libyen arbeiten könnten.

Deutschland und Italien brächten dabei finanzielle Unterstützung ein,
sagte Merkel. Libyen müsse aber zunächst bereit sein, sich bei den
Maßnahmen für die Migranten aktiv einzubringen. Zudem müsse der
UN-Prozess zu einer Versöhnung und politischen Lösung im Land
unterstützt werden.



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