Merkel skeptisch zu Gabriel-Vorstoß zur Aufnahme junger Afrikaner

29.11.2017 20:07

Abidjan (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht einem
Vorstoß von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) skeptisch gegenüber,
jährlich mehrere Hunderttausend junge Afrikaner zur Ausbildung nach
Europa zu holen. «Ich bin da erstmal etwas zurückhaltender», sagte
Merkel am Mittwoch vor Journalisten am Rande des EU-Afrika-Gipfels in
der Elfenbeinküste. Wenn man ins Auge fasse, mit einzelnen Ländern
Abkommen zu schließen, müsse zunächst die Nachfrage abgewartet
werden. «Ich denk' nicht gleich in Hunderttausenden.» Sie wolle sich
nicht auf Zahlen festlegen. «Lassen Sie uns einfach mal starten, dann
wäre schon viel gewonnen.»

Gabriel hatte vor dem Gipfel in Abidjan in einem ARD-Interview
vorgeschlagen, jedes Jahr «mehrere 100 000» junge Afrikaner zur
Berufsausbildung nach Europa zu holen - sofern sie Vorkenntnisse
haben und nach drei bis vier Jahren freiwillig zurückkehren. «Wenn
junge Leute in Afrika keine Chance auf eine gute Ausbildung haben und
keine Chance, Unternehmen zu eröffnen oder in ihnen zu arbeiten, wird
es in Afrika nicht zu Frieden und Stabilität kommen», sagte Gabriel.



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