Heidl: EU-Agrarpolitik nach Brexit noch wichtiger

01.12.2017 13:25

Herrsching (dpa/lby) - Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl sieht die
gemeinsame europäische Agrarpolitik als wichtigen Faktor für eine
sichere Lebensmittelversorgung und den Erhalt ländlicher
Arbeitsplätze. «Durch den Brexit gewinnt die gemeinsame Agrarpolitik
zusätzlich an Bedeutung. Sie ist ein wichtiger Kitt zwischen den
EU-Mitgliedsstaaten und sorgt flächendeckend für Wirtschaftskraft»,
sagte Heidl am Freitag bei der Landesversammlung des Bayerischen
Bauernverbandes in Herrsching am Ammersee.

Dabei müsse Raum bleiben für regionale Maßnahmen. Mit einer
differenzierten Förderung sei in Bayern eine hohe Zahl bäuerlicher
Familienbetriebe erhalten geblieben, sagte Heidl. In Brüssel sei
hingegen Ende der 1960er Jahre das Prinzip «Wachsen oder Weichen»
vorgegeben worden.

Gerade angesichts kleiner Betriebe sei eine differenzierte Förderung
nötig - und Augenmaß bei Vorschriften in der Tierhaltung. «Wer der
Anbindehaltung nur eine Galgenfrist einräumt, setzt die Zukunft von
jedem zweiten Milchbauern in Bayern aufs Spiel», sagte Heidl. Anstatt
in Anbindehaltung sollen Kühe künftig in Laufställen gehalten werden,

deren Bau mit finanziellem Aufwand verbunden ist.



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