Bericht: EU bildet Arbeitsgruppe für Scheitern der Brexit-Gespräche

01.12.2017 19:24

Berlin (dpa) - Wegen des möglichen Scheiterns der Brexit-Gespräche
mit Großbritannien hat die EU-Kommission einem Medienbericht zufolge
bereits eine Arbeitsgruppe gebildet. Das direkt Kommissionschef
Jean-Claude Juncker unterstellte Expertengremium solle die EU auf
einen unkontrollierten Austritt der Briten aus der EU Ende März 2019
vorbereiten, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Zeitung»
(Samstag) unter Berufung auf interne EU-Dokumente. In Brüssel gab es
dafür zunächst keine offizielle Bestätigung.

Das Generalsekretariat der EU-Kommission habe mit Arbeiten an einem
Reaktionsplan für alle Politikfelder vom Zoll über den Luftverkehr
bis hin zur Fischerei begonnen, schrieb die Zeitung. Damit solle die
Staatengemeinschaft auf den schlimmsten Fall vorbereitet werden,
heiße es in den Dokumenten unter Berufung auf Brexit-Chefunterhändler
Michel Barnier.

Die Gruppe mit dem Namen «Brexit Preparedness Group» arbeite parallel
zu der von Barnier geleiteten Brexit-Verhandlungsgruppe Szenarien für
die Zeit nach dem Brexit aus. Dazu gehöre auch ein Brexit ohne
Austrittsvereinbarung.

Am Montag will Juncker mit der britischen Premierministerin Theresa
May besprechen, ob ausreichende Fortschritte für den Start der
zweiten Verhandlungsphase erreicht sind. London will mit den
Gesprächen über ein Handelsabkommen beginnen. Dazu müssen drei
wichtige Fragen geklärt sein. Bei den Bürgerrechten und den Finanzen
gibt es Fortschritte, offen ist hingegen die Irland-Frage. Dublin
lehnt Grenzkontrollen zu Nordirland kategorisch ab.



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