Hersteller nun doch für Nährstoff-Ampel auf der Verpackung

02.12.2017 04:14

Brüssel (dpa) - Sechs große Lebensmittelhersteller haben für
Dickmacher wie Zucker oder Fett eine neue Kennzeichnung in
Ampelfarben auf Verpackungen vorgeschlagen. Ziel sei ein
einheitliches System in ganz Europa, erklärte der belgische
Hersteller Mondelez der Deutschen Presse-Agentur. Die bisher meist
grau gehaltenen Angaben würden damit farblich unterlegt.
Verbraucherschützer kritisieren den Vorstoß jedoch als irreführend.

Vor wenigen Jahren wehrte sich die Industrie noch heftig gegen die
Einführung einer Lebensmittelampel, wie sie in Großbritannien
verwendet wird. Nun schlugen Mondelez, Coca-Cola, Mars, Nestlé, Pepsi
und Unilever ein «weiterentwickeltes» System vor. Man wolle
«Verbrauchern helfen, auf den ersten Blick eine gesündere Auswahl zu
treffen», hieß es.

Foodwatch kritisierte jedoch, das vorgeschlagene System sei weniger
strikt und aussagekräftig als die Lebensmittelampel in
Großbritannien. Produkte, die dort rot gekennzeichnet seien, seien
nach dem Hersteller-Vorschlag gelb. «Die sechs Lebensmittelriesen
wollen die Kriterien für eine Ampelkennzeichnung derart verändern,
dass die Ampel seltener auf «Rot» springt», monierte
Foodwatch-Experte Oliver Huizinga. «Das führt die Idee einer
verbraucherfreundlichen Nährwertkennzeichnung ad absurdum.»



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