Geldgeber und Athen einigen sich - Kraftwerke werden privatisiert

02.12.2017 20:45

Athen (dpa) - Griechenland und seine internationalen Geldgeber haben
die laufenden Beratungen zu weiteren Reform- und Sparmaßnahmen
erfolgreich abgeschlossen. Dies teilte der griechische Finanzminister
Euklid Tsakalotos am Samstagabend in Athen mit. «Wir haben die
Abfassung des Dokuments der Einigung auf technischer Ebene (das
sogenannte Staff Level Agreement) abgeschlossen», sagte Tsakalotos im
Staatsfernsehen. Am Montag könnten dann die Euro-Finanzminister bei
ihrem Treffen in Brüssel über die Ergebnisse informiert werden und
die Einigung bestätigen, fügte er hinzu.

Während dieser Verhandlung Athens mit den Geldgebern war ein
Meilenstein im Bereich Privatisierungen erreicht worden: Vier der
wichtigsten Kraftwerke der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft
(DEI) sollen 2018 privatisiert werden. Dies gab nach mehrstündigen
Verhandlungen der griechische Energieminister Giorgos Stathakis am
Freitagabend bekannt.

Die Gewerkschaft der Elektrizitätsgesellschaft (GENOP DEI) kündigte
Streiks an, um den Verkauf zu verhindern. «Wir leisten Widerstand»,

hieß es auf der Homepage der Gewerkschaft.

Im Mittelpunkt der aktuellen Kontrolle des griechischen
Rettungsprogramms standen zudem Reformen beim Streikrecht, die
Umsetzung von Sparmaßnahmen in der Verwaltung sowie faule Kredite bei
Banken in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 in Höhe von bis zu
86 Milliarden Euro läuft im August 2018 aus. Athen hofft, bis dahin
das nötige Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewonnen zu haben, um

sich wieder eigenständig Kapital beschaffen zu können. 



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