Israel kritisiert EU für Veranstaltung mit regierungskritischer NGO

04.12.2017 16:23

Tel Aviv (dpa) - Israel hat die EU für eine geplante Veranstaltung
mit der regierungskritischen Nichtregierungsorganisation Betselem
kritisiert. Die Gruppierung prangert die israelische Besatzung von
Palästinensergebieten an. «Aus unbekannten Gründen glauben die
EU-Leute, dass der Weg in die Herzen der Israelis darüber führt,
ihnen ins Gesicht zu spucken», sagte ein Sprecher des israelischen
Außenministeriums am Montag. «Traurig und überflüssig.»

Am Sonntag ist Internationaler Tag der Menschenrechte. Aus diesem
Anlass lädt Betselem mit Unterstützung der Europäischen Union am
Donnerstag zu einer Ausstellung zu 50 Jahren israelischer Besatzung
in den Palästinensergebieten ein. Die Ausstellung zeigt 50 Porträts
von Palästinensern, die 1967 geboren wurden. Die Ausstellung ist im
Tel Aviver Stadtteil Jaffa zu sehen. Die Zeitung «Haaretz» hatte
zuerst über den Konflikt berichtet.

«Wir machen eine Reihe von Veranstaltungen jedes Jahr an diesem Tag»,
sagte ein Sprecher der EU in Israel. «Der Artikel, den wir in
«Haaretz» gesehen haben, scheint zu übertreiben, um was es dabei
geht.»

Israel hatte 1967 während des Sechstagekrieges unter anderem das
arabische Ost-Jerusalem und das Westjordanland erobert. Ost-Jerusalem
annektierte es später, das Westjordanland kontrolliert es bis heute
weitgehend. Die Palästinenser wollen im Gazastreifen, im
Westjordanland und in Ost-Jerusalem einen unabhängigen Staat
Palästina ausrufen.

Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich im April
in Israel mit Vertretern der Gruppen Betselem und Breaking the
Silence (Das Schweigen brechen) getroffen. Daraufhin hatte Israels
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein geplantes Treffen mit
Gabriel abgesagt.



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