«Ronaldo der Eurogruppe» - Portugals Finanzminister Centeno

04.12.2017 17:10

Lissabon/Brüssel (dpa) - Der an der Algarve geborene Mario Centeno
ist seit zwei Jahren Finanzminister Portugals. Für sein Wirken in den
Nachwehen der Finanzkrise erhielt er dabei von etlichen Seiten Lob.
Nach jahrelangen Spar- und Reformmaßnahmen und gut drei Jahren unter
dem EU-Rettungsschirm steht Portugal seit Mai 2014 finanziell wieder
auf eigenen Beinen. 2016 wurde mit 2,1 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts gar das niedrigste Haushaltsdefizit seit 1974
registriert.

Der frühere Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verlieh dem
50-Jährigen den mittlerweile viel zitierten Spitznamen «Ronaldo d
er
Eurogruppe» - in Anspielung auf den ebenfalls aus Portugal
stammenden Weltfußballer.

Centeno studierte Wirtschaftswissenschaften in Lissabon, bevor er
1995 in die USA zog, wo er an der renommierten Harvard-Universität
promovierte und dort auch seinen Master in Wirtschaft machte. Im Jahr
2000 kehrte er mit seiner Frau und den drei Kindern in die Heimat
zurück, wo er in den Folgejahren verschiedene Posten bei der Bank von
Portugal besetzte. Seit knapp vier Jahren ist er Sonderberater des
Geldinstituts. Zudem ist er Buchautor und Gastprofessor an der
Lissaboner «Universidade Nova». Centeno spricht laut Lebenslauf neben

Portugiesisch fünf weitere Sprachen.

Als unabhängiges Mitglied der Parlamentariergruppe der
Sozialistischen Partei (PS) sitzt Centeno seit Herbst 2015 im
portugiesischen Parlament. Im November 2015 wurde er zum
Finanzminister des Kabinetts von António Costa ernannt.



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