Minderheiten erleben in der EU Hass und Diskriminierung

06.12.2017 08:55

Wien (dpa) - Ethnische Minderheiten werden in der EU nach einer neuen
Studie weiterhin angefeindet und diskriminiert. Die Gruppen würden so
an den Rand der Gesellschaft gedrängt, warnte die Agentur der
Europäischen Union für Grundrechte (FRA) am Mittwoch in Wien. Das
führe bei den Betroffenen zu einer Entfremdung mit dem Land, in dem
sie lebten. «Mit jedem Fall von Diskriminierung und Hass unterhöhlen
wir den sozialen Zusammenhalt weiter und schaffen Ungleichheiten, die
Generationen verderben», sagte FRA-Direktor Michael O'Flaherty.

Laut der Analyse fühlen sich Minderheiten aber weitgehend verbunden
mit ihrer neuen Heimat und vertrauen den Institutionen. Die Studie
basiert auf einer Erhebung unter 25 500 Frauen und Männern mit
Migrationshintergrund in allen 28 EU-Staaten. Die Analyse baut auf
den Ergebnissen einer ersten Befragungsrunde aus dem Jahr 2008 auf.

Die Fälle von Herabsetzungen blieben demnach in den letzten Jahren
konstant hoch. 38 Prozent der Befragten seien in den vergangenen fünf
Jahren Opfer von Diskriminierungen geworden, vor allem bei der
Jobsuche. Besonders betroffen seien Afrikaner aus dem Norden und
südlich der Sahara sowie Roma.

In Deutschland gaben 34 Prozent an, in den vergangenen fünf Jahren
schlechte Erfahrungen aufgrund ihrer Herkunft oder Ethnie gemacht zu
haben. Bei Migranten aus der Subsahara-Region Afrikas waren es sogar
über die Hälfte, bei Türken jeder Dritte.

EU-weit gebe es große Lücken beim Erfassen solcher Übergriffe,
kritisierte die FRA. Die Organisation fordert von den
Mitgliedsländern mehr Einsatz, um die Entwicklung zu stoppen.



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