Maschinenbau: EU kann bei Freihandel von Rückzug der USA profitieren

27.12.2017 14:24

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands exportorientierte Maschinenbauer
sehen trotz protektionistischer Tendenzen in den USA und der
ergebnislosen Welthandelskonferenz Chancen für den Freihandel.
«Tatsächlich brachte 2017, ausgehend von der Europäischen Union, auch

sehr viele positive Entwicklungen», sagte Ulrich Ackermann, Leiter
Außenwirtschaft des Branchenverbandes VDMA, am Mittwoch. Als
Beispiele nannte er das Freihandelsabkommen mit Japan (JEFTA), den
Handelspakt mit Kanada (CETA), der vorläufig in Kraft getreten ist,
und die kurz vor dem Abschluss stehende Modernisierung des Abkommens
mit Mexiko.

«Dass plötzlich auch die Verhandlungen zwischen der EU und dem
südamerikanischen Staatenbund Mercosur Fahrt aufgenommen haben, ist
ebenfalls kein Zufall und hat mit den USA zu tun. Die Länder sehen
sich nach Alternativen um», sagte Ackermann. Europa könne so seine
Reputation in anderen Regionen ausbauen.

«Das gilt insbesondere auch für die Gemeinschaft Südostasiatischer
Staaten (Asean), wo die USA als verlässlicher Partner auf absehbare
Zeit ausfallen», sagte Ackermann. US-Präsident Donald Trump hatte das
Transpazifischen Handelsabkommen TPP nach seinem Amtsantritt im
Januar aufgekündigt.

Für Deutschlands Maschinenbauer werden die USA nach Einschätzung
Ackermanns auf absehbare Zeit aber wichtigster Einzelmarkt für den
Export sowie für Auslands-Investitionen bleiben. «Die USA sind
vorerst durch nichts zu ersetzen.»

In den ersten neun Monaten des Jahres wurden Maschinen «Made in
Germany» im Wert von gut 13 Milliarden Euro in die Vereinigten
Staaten geliefert. Zweitgrößter Exportmarkt war China mit 12,8
Milliarden Euro. Mexiko kam auf Rang 17 (2,3 Mrd) und Japan auf Platz
20 (1,9 Mrd.). Größter Handelsraum ist die EU, in die knapp 47
Prozent aller Maschinen-Ausfuhren gingen.



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