CSU-Politiker kritisiert nach Niki-Verkauf Brüssel

31.12.2017 12:49

Berlin (dpa) - Nach der Entscheidung über den Verkauf der insolventen
österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki hat der CSU-Finanzpolitiker
Hans Michelbach Kritik an den EU-Wettbewerbshütern geübt. «Die
EU-Wettbewerbsbehörde hat einen Interessenten vergrault, der bereit
war, für Niki rund 200 Millionen Euro zu zahlen. Nun wird die
Fluggesellschaft für die lächerliche Summe von 20 Millionen Euro an
die britische Holding IAG verscherbelt», sagte Michelbach am Sonntag.
Den Schaden hätten die Gläubiger und die deutschen Steuerzahler.

Der stellvertretende Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag
forderte eine genaue Untersuchung. Das gelte besonders für das
Handeln von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Michelbach
warf Brüssel vor, den Abbruch der Gespräche durch Lufthansa
provoziert zu haben, «um einem bestimmten Investor eine Übernahme zum
Schnäppchenpreis zu ermöglichen». Damit hat die Kommission nach
seinen Worten «ihre Neutralitätspflicht in grober Weise verletzt».

Die British-Airways-Mutter IAG will wesentliche Teile von Niki für 20
Millionen Euro übernehmen. Zudem erklärte sich die spanisch-britische
Holding IAG bereit, der Fluglinie für die Zeit bis zur Übernahme mit
Finanzmitteln von bis zu 16,5 Millionen Euro unter die Arme zu
greifen. Einem Verkauf muss noch die EU-Kommission zustimmen.

Die Lufthansa hatte zuvor eine bereits ausgehandelte Übernahme wegen
Bedenken der EU-Wettbewerbshüter abgesagt. Lufthansa wollte für die
österreichische Air-Berlin-Tochter Niki nach früheren Angaben 190
Millionen Euro zahlen. Der Bund hat bisher erst einen Teil seines
Überbrückungskredits von 150 Millionen Euro für die insolvente Air
Berlin zurück erhalten. Zur Tilgung sollte auch der Erlös aus dem
geplatzten Niki-Verkauf an Lufthansa genutzt werden.



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