Slowenien und Kroatien im Grenzstreit unversöhnlich

01.01.2018 12:26

Die EU- und NATO-Länder Slowenien und Kroatien bleiben im Grenzstreit
hart. Zur Sicherung ihrer Seegrenze lassen sie sogar Polizeiboote
auffahren. Größere Konflikte sind absehbar.

Piran (dpa) - Im Grenzstreit zwischen Slowenien und Kroatien hat es
in der Bucht von Piran an der nördlichen Adria eine erste
Konfrontation gegeben, die jedoch glimpflich verlaufen ist. Obwohl
kroatische Fischer am Samstag unter Polizeischutz in dem von
Slowenien beanspruchten Teil der Meeresbucht auftauchten, griff ein
slowenisches Polizeiboot in der Nähe nicht ein, berichteten beide
Seiten übereinstimmend.

Slowenien hatte am Samstag nach einem entsprechenden internationalen
Schiedsurteil die Seegrenze in der Piran-Bucht auf der Halbinsel
Istrien neu gezogen. Rund 80 Prozent der Bucht sowie ein 4,6
Kilometer breiter Korridor zur offenen See gehören jetzt zum
slowenischen Hoheitsgebiet. Kroatien erkennt den Schiedsspruch nicht
an und sieht die Grenze in der Mitte der Meeresbucht.

Beide Seiten versicherten, ihre jeweiligen Hoheitsrechte auch mit
Polizeigewalt durchsetzen zu wollen. Größere Konflikte sind absehbar.
Ljubljana kündigte an, kroatische Fischer wegen Grenzverletzungen mit
Geldstrafen belegen zu wollen. Kroatiens Innenminister Davor
Bozinovic forderte die Fischer seines Landes auf, solche Strafen
nicht zu bezahlen.



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