EU-Kommission weist Kritik an Niki-Verkauf zurück

02.01.2018 20:26

Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission hat Kritik an der
geplanten Übernahme der insolventen österreichischen Fluggesellschaft
Niki durch die International Airlines Group (IAG) als «unbegründet»
zurückgewiesen. Die Insolvenzverwalter von Niki hätten eine Reihe von
Angeboten erhalten, und sich in einem unabhängigen Prozess nun für
IAG entschieden, sagte eine Sprecherin der Kommission am Dienstag.

Zuvor hatte die Lufthansa bereits eine Übernahme von Niki
ausgehandelt, den Kauf wegen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter dann
aber abgesagt.

Am Montag hatte der CSU-Finanzpolitiker Hans Michelbach der
Kommission vorgeworfen, den Abbruch der Gespräche durch Lufthansa
provoziert zu haben, «um einem bestimmten Investor eine Übernahme zum
Schnäppchenpreis zu ermöglichen».

«Die EU-Wettbewerbsbehörde hat einen Interessenten vergrault, der
bereit war, für Niki rund 200 Millionen Euro zu zahlen. Nun wird die
Fluggesellschaft für die lächerliche Summe von 20 Millionen Euro an
die britische Holding IAG verscherbelt», sagte Michelbach weiter.

Lufthansa wollte für die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki nach
früheren Angaben 190 Millionen Euro zahlen. Der Bund hat bisher erst
einen Teil seines Überbrückungskredits von 150 Millionen Euro für die

insolvente Air Berlin zurück erhalten.



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