Chinesisches Konsortium baut Brücke zwischen kroatischen Landesteilen

12.01.2018 17:00

Zagreb (dpa) - Ein chinesisches Konsortium baut die von der EU
finanzierte strategische Brücke auf der Halbinsel Peljesac im Süden
Kroatiens. Das Angebot aus China sei mit einem Preis von knapp 350
Millionen Euro deutlich günstiger gewesen als das eines
österreichischen Mitbewerbers, teilte die staatliche Straßenbehörde
am Freitag in Zagreb mit.

Die 2,4 Kilometer lange Brücke soll innerhalb von drei Jahren stehen
und in 55 Metern Höhe vom kroatischen Festland über die Halbinsel
Peljesac und wieder zurück aufs Festland führen. Damit werden
erstmals beide kroatische Landesteile und somit auch das EU-Gebiet
direkt miteinander verbunden. Denn das Nachbarland
Bosnien-Herzegowina reicht auf 23 Kilometern Länge bis an die Küste
und unterbricht damit Kroatiens Territorium am Meer.

Das südliche Dalmatien mit seiner Urlauberhochburg Dubrovnik war
dadurch seit der Unabhängigkeit Kroatiens 1991 vom großen Rest des
Landes abgeschnitten. Als das Land 2013 der EU beitrat, war damit
auch die EU-Landkarte unterbrochen, denn Bosnien-Herzegowina ist
kein Mitgliedstaat. Das war offensichtlich auch der Grund, warum
Brüssel das Gesamtprojekt, zu dem auch 20 Kilometer Autobahn zählen,
mit 357 Millionen Euro unterstützen will.

Das kroatische Zeitungsportal «Jutarnji list» berichtete, die
EU-Kommission habe Zagreb davor gewarnt, den Auftrag einem
chinesischen Unternehmen zuzusprechen. Zahlreiche große europäische
Unternehmen hätten in Brüssel dagegen protestiert. Erstmals habe
China einen so großen Auftrag für ein Infrastrukturprojekt in der EU
erhalten, berichteten die heimischen Medien.



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