Britischer Finanzminister Hammond wirft EU-Partnern Paranoia vor

13.01.2018 00:01

Berlin (dpa) - Der britische Finanzminister Philip Hammond hat die
Haltung der EU bei den Brexit-Verhandlungen scharf kritisiert. Die
Überlegung, mit Großbritannien nach dessen Austritt aus der EU nicht
allzu großzügig zu sein, um andere EU-Mitglieder von einem solchen
Schritt abzuhalten, bezeichnete der Schatzkanzler als Ausdruck von
«Paranoia». Die EU verglich er mit einem schlecht geführten Club:
«Man kann auch nicht wirklich einen Verein betreiben, wenn man
Mitglieder sanktioniert, die sich entscheiden, den Club zu verlassen.
Man sollte eher seine Anstrengungen verdoppeln, für neue und
bestehende Mitglieder attraktiv zu bleiben», sagte er der «Welt am
Sonntag».

Hammond, der als einer der EU-freundlichsten Minister im Kabinett von
Premierministerin Theresa May gilt, deutete an, sein Land könne sich
auch anderen Partnern zuwenden. «Wir hören in den USA und vielen
anderen Ländern aus aller Welt Willen und gar Enthusiasmus, mit uns
Freihandelsverträge abzuschließen», sagte Hammond. «Das hören wir
aus
Europa nicht. Aus Europa hören wir nur Rückwärtsgerichtetes.» Niema
nd
solle sich Hoffnungen machen, sein Land könne die Entscheidung zum
Austritt vielleicht noch einmal überdenken. Großbritannien werde die
Europäische Union definitiv verlassen: «Ich würde den Leuten, die
eine enge Beziehung zwischen Großbritannien und Europa zu schätzen
wissen, davon abraten, sich auf diese Illusion zu versteifen.»



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