Führende Ökonomen machen Vorschläge für Reform der Eurozone

13.01.2018 11:21

Berlin (dpa) - Führende Ökonomen aus Deutschland und Frankreich
plädieren für eine Reform der Eurozone. Die Wissenschaftler fordern
etwa, die komplizierten Schuldenregeln des Maastricht-Vertrages durch
ein System mit einfacheren Vorgaben zu ersetzen, wie der «Spiegel» in
seiner neuen Ausgabe berichtet. Zudem wollen sie mehr Macht für
Institutionen der Eurozone und eine Insolvenzordnung für Staaten.
Letztere soll verhindern, dass Eurostaaten zu viele Kredite
aufnehmen. Insgesamt werde eine Kombination aus «Marktdisziplin und
Risikoteilung» benötigt, zitiert das Magazin aus dem 33-seitigen
Papier, das in der neuen Woche vorgestellt werden soll.

Zugleich gehen die Ökonomen auf Distanz zu einem eigenen Haushalt für
die Eurozone, wie ihn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
vorgeschlagen hat. Ein solches Budget könne zwar die Konjunktur
stabilisieren, erfordere aber Entscheidungen über die Aufgabenteilung
zwischen Eurozone, EU-Kommission und Nationalstaaten, die politisch
gefällt werden müssten. Stattdessen sollte es einen begrenzten
Schlechtwetterfonds geben, aus dem Länder mit der
Gemeinschaftswährung bei tiefen konjunkturellen Krisen Hilfen
bekommen können. Dauerhafte Transfers lehnen die Ökonomen ab.

Der Gruppe gehören demnach aus Deutschland unter anderem Ifo-Chef
Clemens Fuest sowie der Chef des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, an. Von französischer
Seite sind die Pariser Ökonomin Agnès Bénassy-Quéré sowie der
Macron-Berater Jean Pisani-Ferry beteiligt.



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