Krebsgefahr: Neue Limits für Chemikalien und Dieselabgase im Job

11.10.2018 15:07

Brüssel (dpa) - Rund 20 Millionen Europäer sollen an Arbeitsplätzen
in der Chemieindustrie, der Autobranche oder im Bergbau besser vor
Krebs geschützt werden. Dafür will die Europäische Union Grenzwerte
für acht weitere krebsverdächtige Stoffe einführen, darunter
Dieselabgase. Darauf einigten sich Vertreter der EU-Kommission, des
Europaparlaments und der EU-Staaten am Donnerstag in Brüssel.

Mit der Neuregelung sollten in den nächsten 50 Jahren in Europa etwa
100 000 Krebs-Todesfälle vermieden werden, sagte EU-Sozialkommissarin
Marianne Thyssen. Der Europaabgeordnete Claude Rolin betonte, nicht
Arbeitsunfälle seien Hauptursache von Todesfällen im Betrieb, sondern
Krebs, verantwortlich für 52 Prozent dieser Fälle.

Arbeitgeber müssen laut der EU-Richtlinie über Karzinogene und
Mutagene sicherstellen, dass ihre Beschäftigten am Arbeitsplatz den
verdächtigen Stoffen möglichst nicht ausgesetzt sind. Es geht um
polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die zum Beispiel bei
der Herstellung von Papier, Farbstoffen, Arzneien, Kunst- oder
Klebstoffen sowie zur Reinigung von Metallteilen verwendet werden.

Die Grünen im Europaparlament rechneten sich an, dass auch Abgase von
Dieselmotoren im Straßen- und im Bergbau in die Liste aufgenommen
wurden. In den nächsten zwei bis fünf Jahren sollen die Mengen strikt
begrenzt werden, die während eines achtstündigen Arbeitstags
eingeatmet werden dürfen.

Die EU-Richtlinie deckt künftig insgesamt 22 Stoffe ab. Für einige
der nun ergänzten Stoffe gibt es in Deutschland bereits eigene
Grenzwerte, nicht alle sind aber so streng wie die neuen EU-Vorgaben.
Die Einigung der Unterhändler der drei EU-Institutionen muss nun noch
vom Rat der Mitgliedsländer und vom Europaparlament formal gebilligt
werden.



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