Barnier: Noch «viel mehr Arbeit» für Brexit-Vertrag nötig

08.11.2018 17:38

Helsinki (dpa) - Der EU-Unterhändler Michel Barnier hat die Aussicht
auf einen unmittelbar bevorstehenden Durchbruch bei den
Brexit-Verhandlungen gedämpft. «Es ist noch viel mehr Arbeit nötig»
,
sagte Barnier am Donnerstag in Helsinki.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker betonte aber, dass die EU
wie auch Großbritannien einen Kompromiss wollten. «Wir werden eine
Einigung bekommen», sagte Juncker voraus.

Britische Medien hatten zuletzt immer wieder spekuliert, dass die
letzten Hürden für den Austrittsvertrag der Europäischen Union mit
Großbritannien bereits ausgeräumt seien oder dies unmittelbar
bevorstehe. Die EU will einen Sondergipfel einberufen, sobald Barnier
signalisiert, dass ein Abschluss möglich ist. Barnier wollte aber in
Helsinki nicht sagen, ob dies noch im November möglich sei.

Barnier und Juncker äußerten sich am Rande des Kongresses der
Europäischen Volkspartei. Großbritannien will die EU am 29. März 2019

verlassen. Sollte der Austrittsvertrag zustande kommen, folgt eine
Übergangsphase bis mindestens Ende 2020. Größter Streitpunkt ist nach

wie vor, wie die Grenze zwischen dem EU-Staat Irland und dem
britischen Nordirland nach dem Brexit offen bleiben kann.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt gab sich bei einem Besuch in
Paris zuversichtlicher. Er sei optimistisch, was den Abschluss eines
Brexit-Abkommens angeht, aber wolle sich nicht auf einen Termin
festlegen, sagte Hunt nach Angaben der französischen
Nachrichtenagentur AFP. Ein Deal in den nächsten sieben Tagen sei
allerdings etwas übertrieben, antwortete er auf die Frage, ob eine
Vereinbarung in der nächsten Woche stehen könnte.



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