Brexit-Minister handelt sich Spott mit Äußerung zu Handel ein

08.11.2018 20:50

London (dpa) - Der britische Brexit-Minister Dominic Raab hat sich
mit einer Äußerung zum Handel zwischen Großbritannien und dem
Kontinent heftigen Spott eingehandelt. Ihm sei das volle Ausmaß der
Bedeutung des Ärmelkanals für den Handel nicht klar gewesen, sagte
Raab bei einer Technologiekonferenz am Mittwoch in London. «Wenn man
sich Großbritannien anschaut und sieht, wie wir mit Waren handeln,
sind wir besonders abhängig von der Strecke Dover-Calais», sagte der
Brexit-Minister. Deswegen wolle London ein sehr enges Brexit-Abkommen
mit Brüssel, um sicherzustellen, dass der Handel über die Grenze so

reibungslos wie möglich sei.

Ein Video von dem Redeauszug Raabs machte am Mittwoch in sozialen
Netzwerken die Runde. Es sorgte nicht nur bei Oppositionspolitikern
für ungläubiges Staunen und Spott. Raab gilt als überzeugter
Brexit-Anhänger. Bereits im Wahlkampf vor dem Brexit-Referendum 2016
hatten Wirtschaftsverbände, Unternehmen und Politiker immer wieder
darauf hingewiesen, wie gefährlich ein EU-Austritt Großbritanniens
für den Handel ist. Die Strecke Dover-Calais ist die wichtigste
Fährverbindung zwischen Großbritannien und dem Festland. Jährlich
werden 2,5 Millionen Lastwagen über die Meeresenge transportiert.
Darunter verläuft zudem der Eurotunnel. 

Großbritannien tritt am 29. März aus der EU aus. Die Verhandlungen
über den Austrittsvertrag sind weitgehend abgeschlossen. Noch fehlt
aber eine Einigung über die Frage, wie nach dem Brexit
Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem
EU-Mitglied Irland verhindert werden können. Ob es bald einen
Durchbruch geben wird, scheint maßgeblich davon abzuhängen, ob
Premierministerin Theresa May einen Kompromiss in ihrem Kabinett und
später im Parlament verkaufen kann.



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