In der Slowakei verhaftete Greenpeace-Aktivisten wieder frei

04.12.2018 17:51

Bratislava (dpa) - Zwölf nach einem Kohleprotest in der Slowakei
verhaftete Greenpeace-Aktivisten sind nach sieben Tagen wieder frei.
Die Anweisung dazu gab am Dienstag Generalstaatsanwalt Jaromir
Ciznar. «Diese Leute sind zu Unrecht in Haft», begründete er seine
Entscheidung vor Journalisten in Bratislava. Die Entscheidung des
Gerichts, das am Sonntag die Haft bewilligt hatte, wollte Ciznar
nicht kommentieren. Ein Fehler sei aber schon der Haftantrag des ihm
untergeordneten Staatsanwalts gewesen, somit könne es keine weitere
Begründung für die Haft mehr geben, erklärte der oberste Ankläger d
es
Landes.

Die zwölf aus mehreren EU-Ländern stammenden Greenpeace-Aktivisten
hatten am vergangenen Mittwoch einen Förderturm des slowakischen
Kohlebergwerks Novaky erklommen und darauf ein Transparent enthüllt.
Sie wollten damit im Vorfeld der UN-Klimakonferenz im polnischen
Kattowitz (Katowice) für einen raschen Ausstieg aus der Kohle und für
den Ausbau erneuerbarer Energien demonstrieren.

Die Firmenleitung warf ihnen vor, mit ihrer Protestaktion nicht nur
den Werksbetrieb gestört, sondern auch das Leben der zu diesem
Zeitpunkt im Inneren der Grube arbeitenden Bergleute gefährdet zu
haben. Die gegen sie deswegen erhobene Anklage bleibt auch nach
Ciznars Entscheidung bestehen.

Greenpeace begrüßte die Freilassung der Aktivisten und kritisierte
die Anklage gegen sie als «absurd». Die «wahren Kriminellen» seien

jene, die an der gesundheits- und klimaschädlichen Kohletechnologie
festhielten, schrieb die Umweltorganisation in einer Presseerklärung.
Die Festnahme und Inhaftierung der Aktivisten war auch von
slowakischen Politikern bis hin zum sozialdemokratischen
Regierungschef Peter Pellegrini als «unangemessen» kritisiert worden.



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