Sport-Übertragungen: EU fordert von Riad Schritte gegen Piratensender

05.12.2018 04:47

Brüssel (dpa) - Die Europäische Union fordert von Saudi-Arabien
zügige Maßnahmen gegen den Piratensender BeoutQ, der illegal Spiele
der Fußball-Topligen Europas überträgt. Wegen des Schutzes von
Urheberrechten in Saudi-Arabien gebe es Sorgen, erfuhr die Deutsche
Presse-Agentur aus der EU-Kommission. Dazu zähle die unerlaubte
Ausstrahlung europäischer Sportwettbewerbe über Satellit und
Internet-Streaming. «Wir erwarten von Saudi-Arabien, schnell zu
reagieren und seine Bemühungen gegen die Piraterie zu verstärken.»

BeoutQ zeigt Spiele unter anderem der Champions League, der
Bundesliga und anderer nationaler Ligen, ohne dafür die Rechte zu
besitzen. Diese liegen für die arabische Welt beim in Katar
ansässigen Sender beIN Sports - dessen Inhalte BeoutQ übernimmt. Das
Programm des Piratensenders wird nach Erkenntnissen von beIN Sports
über den in Riad ansässigen Satelliten-Anbieter Arabsat ausgestrahlt.

Zahlreiche Hinweise legen den Schluss nahe, dass BeoutQ seinen Sitz
in Saudi-Arabien hat. Die Deutsche Fußball Liga DFL spricht vom
«saudi-arabischen Piratenangebot» BeoutQ. Der Sender sei in keiner
Weise autorisiert, Bundesliga-Inhalte zu verbreiten, erklärte die
DFL. Diese behält sich nach eigenen Angaben weitere Maßnahmen vor,
«um ihre Rechte und die Rechte ihres Lizenznehmers Bein (Sports) zu
schützen». Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück. Auf eine aktuel
le
Anfrage der dpa zu dem Fall reagierte die Regierung in Riad nicht.

Durch die Piraterie sieht beIn Sports das System der Rechtevergabe
bedroht, ein Milliardengeschäft. Hinter dem Konflikt steckt der
scharfe politische Streit zwischen Saudi-Arabien und Katar. Die
Regierung des Königreichs und verbündete Staaten hatten im
vergangenen Jahr eine Blockade über das Emirat verhängt. Sie werfen
Katar Terrorunterstützung und zu enge Beziehungen zum Iran vor, der
ein Erzfeind Saudi-Arabiens ist. Katar weist die Vorwürfe zurück. Das
Emirat ist Ausrichter der nächsten Fußball-WM in vier Jahren.



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