USA stufen diplomatischen Rang der EU-Vertretung in Washington herab

08.01.2019 17:50

Washington/Brüssel (dpa) - Die US-Regierung hat den diplomatischen
Status der EU-Vertretung in Washington herabgestuft. Das bestätigte
die EU-Vertretung in Washington am Dienstag, ohne sich zu Details und
Hintergründen zu äußern. Die Deutsche Welle berichtete unter Berufung

auf EU-Kreise, die US-Regierung habe den Schritt bereits Ende des
vergangenen Jahres veranlasst, ohne EU-Vertreter darüber zu
informieren. In Brüssel sei das nicht gut angekommen.

Die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini äußerte
sich am Dienstag in Brüssel nur kurz und sagte, es gebe derzeit
Kontakte mit der US-Regierung auf verschiedenen Ebenen. «Nach unseren
Erkenntnissen gab es kürzlich eine Änderung, wie die diplomatische
Rangliste vom US-Protokoll angewendet wird.» Zur Frage, ob die
Herabstufung womöglich schon wieder rückgängig gemacht worden sei,
verwies sie auf die laufenden Gespräche.

Die Deutsche Welle berichtete, die Änderung sei beim Staatsbegräbnis
des früheren US-Präsidenten George W. Bush im Dezember aufgefallen,
weil der EU-Botschafter in Washington, David O'Sullivan, dort
protokollarisch anders behandelt worden sei als zuvor. In den
vergangenen Jahren habe O'Sullivan den Status eines Botschafters
eines souveränen Staates gehabt. Dann sei herabgesetzt worden auf den
Rang eines Vertreters einer internationalen Organisation.

Die Auswirkungen sind protokollarischer Art. Der diplomatische Rang
eines Botschafters ist zum Beispiel ausschlaggebend dafür, zu welchen
Ereignissen er eingeladen oder wo er dort platziert wird. In der
Diplomatie haben protokollarische Fragen aber große Bedeutung. Die
Herabsetzung kann durchaus als Zeichen der Geringschätzung gewertet
werden. Um das Verhältnis zwischen den USA und der EU steht es unter
US-Präsident Donald Trump nicht zum Besten.



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