Maas macht sich für visumfreie Einreisen für Kosovo-Bürgern stark

10.01.2019 16:48

Berlin (dpa) - Außenminister Heiko Maas will sich in der Europäischen
Union dafür einsetzen, den Bürgern des Balkanlandes Kosovo
Visafreiheit zu gewähren. «Es gibt für die Visafreiheit für
Besuchsreisen bestimmte Voraussetzungen, insbesondere sind es sogar
95. Die hat der Kosovo alle erfüllt», sagte der SPD-Politiker am
Donnerstag in Berlin bei einem Treffen mit seinem kosovarischen
Amtskollegen Behgjet Pacolli. Maas sagte, gegebene Versprechen
müssten auch eingehalten werden.

«Wir sehen, dass die Reformprozesse innerhalb des Kosovos konsequent
fortgeführt werden», sagte Maas. Dennoch bleibe «viel zu tun». Maas

nannte Rechtsstaatlichkeit und den Kampf gegen Korruption und
organisierte Kriminalität. Dies und eine Normalisierung der
Beziehungen zum Nachbarn Serbien seien Voraussetzungen dafür, die
Annäherung Kosovos an die EU fortzuführen.

Pacolli drängte auf Visafreiheit für seine Bürger, gegen die sich
einige EU-Staaten sträuben. Er warb um deutsche Investitionen. Im
vergangenen Jahr habe das Wirtschaftswachstum 4,8 Prozent betragen.
Das Kosovo wolle bessere Beziehungen zu Serbien. Als Teil eines
Friedensabkommens müsse Belgrad aber Kosovo als Staat anerkennen.

Das Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt und ist heute von
über 110 Ländern als selbstständiger Staat anerkannt. Serbien
akzeptiert das nicht und will die frühere Provinz wegen seiner dort
gelegenen mittelalterlichen Klöster und Schlachtfelder wieder
zurückhaben.



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