Backhaus: EU-Agrarpolitik wird mehr für Ökolandbau tun müssen

10.01.2019 18:30

Güstrow (dpa/mv) - Die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU soll
nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus
(SPD) mehr Anreize für ökologische Leistungen der Landwirtschaft
schaffen. Die bislang vorliegenden Verordnungsentwürfe der
EU-Kommission ließen ein Umschwenken in Ansätzen erkennen, sagte er
am Donnerstag auf der agrarpolitischen Tagung der
Friedrich-Ebert-Stiftung in Güstrow. Darum gehe es auch im Modell
Mecklenburg-Vorpommerns für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik.

Erfreulich sei, dass der ökologische Landbau weiterhin von einer
dynamischen ökonomischen Entwicklung getragen werde. «Der Öko-Landbau

ist längst von einer Agrarumweltmaßnahme zu einer eigenen Branche
herangewachsen. Auch darauf muss sich die zukünftige Agrarpolitik
einstellen», sagte Backhaus.

In Mecklenburg-Vorpommern hatte der Öko-Landbau 2018 deutlich
zugelegt: Landwirte hatten nach Angaben des Agrarministeriums rund 13
200 Hektar auf Bio umgestellt.

Anderseits kritisierte Backhaus, dass detaillierte inhaltliche
Diskussionen zur neuen GAP nicht vor Ende 2019 beginnen würden. Nach
den Europawahlen wird vorübergehend mit einem Stillstand gerechnet.
«Wenn sich die aktuellen Prognosen bestätigen und die nationalen und
reaktionären Kräfte mehrheitlich in das Europaparlament gewählt
werden, besteht die Gefahr, dass die erreichten Richtlinienentwürfe
obsolet werden», sagte Backhaus. «Dann beginnt alles von vorn und
wenn es ganz schlimm läuft, bekommen wir eine Renationalisierung der
Agrarpolitik.»



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