Mörder in Weißrussland zum Tode verurteilt - EU kritisiert Strafe

11.01.2019 14:36

Brüssel/Bobrujsk (dpa) - Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini
hat das Todesurteil eines weißrussischen Gerichts gegen einen Mann
wegen zweifachen Mordes kritisiert. Man sei entschieden dagegen,
diese Form der Strafe einzusetzen, sagte eine Sprecherin am Freitag
in Brüssel. Man hoffe, dass bereits verkündete Todesurteile noch in
Haftstrafen umgewandelt würden. Ein Gericht in der Stadt Bobrujsk
hatte die Entscheidung bereits am Mittwoch verkündet. Es ist das
erste Todesurteil in dem osteuropäischen Land in diesem Jahr.

Dem 36 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, im vergangenen Sommer zwei
Frauen getötet zu haben. Er soll die beiden zunächst massiv bedroht
haben, teilte die weißrussische Menschenrechtsorganisation Wjasna
mit. Daraufhin hätten die beiden Frauen die Polizei verständigt,
dabei jedoch aus Versehen eine falsche Adresse mitgeteilt. Die Frauen
hätten sich im Badezimmer der Wohnung versteckt, der Täter habe die
Tür eingebrochen und die beiden mit Messer und Hammer getötet.

Weißrussland ist der letzte Staat in Europa, der noch die Todesstrafe
vollstreckt. Westliche Staaten und internationale Organisationen
kritisieren die Führung um den Präsidenten Alexander Lukaschenko
dafür. Im vergangenen Jahr wurden in der Ex-Sowjetrepublik vier
Todesurteile vollstreckt und zwei Männer zum Tode verurteilt.



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