Merkel reagiert zurückhaltend auf Kritik an Nord Stream 2

07.02.2019 15:05

Bratislava (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zurückhaltend
auf Berichte reagiert, Frankreich unterstütze Deutschland nicht mehr
beim Ostsee-Pipelineprojekt Nord Stream 2. Merkel sagte am Donnerstag
in der slowakischen Hauptstadt Bratislava am Rande eines Treffens mit
den Regierungschefs der vier Visegrad-Staaten, es sei nichts Neues,
dass es hierzu unterschiedliche Meinungen gebe.

Für sie sei wichtig, dass die Ukraine weiter Transitland bleibe für
russisches Gas, sagte Merkel weiter. Und sie sehe auch nicht, dass
sich Deutschland oder Europa durch die deutsch-russische Gas-Pipeline
Nord Stream 2 in eine Abhängigkeit von Russland begeben. Deutschland
wolle ja auch Anlagen einrichten für Flüssiggas aus den USA.

Die Regierungschefs der Visegrad-Staaten Polen, Ungarn, Tschechien
und Slowakei, alle Gegner des Pipeline-Projektes, hielten sich bei
der gemeinsamen Pressekonferenz in Bratislava bei diesem Thema
zurück.

Die USA drängen die EU-Staaten dazu, das deutsch-russische
Erdgas-Pipeline-Projekt über eine Reform von EU-Richtlinien doch noch
zu kippen. Die 1200 Kilometer lange Leitung ist bereits im Bau und
soll Ende 2019 in Betrieb gehen.

Ein Erfolg der Regulierungspläne galt bislang als unwahrscheinlich.
Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» könnte sich nun
allerdings Frankreich auf die Seite der Befürworter schlagen und
damit die Mehrheitsverhältnisse entscheidend verändern.



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