Moskau weist EU-Ängste vor Abhängigkeit von russischem Gas zurück

08.02.2019 12:10

Moskau (dpa) - Im Streit über die bald fertige Gaspipeline Nord
Stream 2 hat Kremlsprecher Dmitri Peskow Ängste in der EU vor einer
zu großen Abhängigkeit von russischem Gas zurückgewiesen. Das Projekt

nütze vielmehr gleichermaßen beiden Seiten - Russland und der EU,
sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge am Freitag. Der Import von
russischem Gas sei für die EU-Staaten sicher und viel günstiger als
etwa die von den USA geplanten Lieferungen von kostspielig
produziertem Flüssiggas. Russland beobachte die Lage um die mögliche
Änderung der EU-Gasrichtlinie sehr genau. Damit könnte das von den
USA kritisierte Projekt deutlich strenger reguliert werden.

Dem russischen Monopolisten Gazprom droht damit etwa ein Verbot,
zugleich Lieferant des Rohstoffs und Betreiber der Leitung zu sein.
Das hätte für den Konzern womöglich erhebliche finanzielle Verluste
bei dem Milliardenprojekt zur Folge. «Dieses für Russland und die
ganze EU nützliche Projekt ist ständig Angriffen von dritten Staaten
ausgesetzt - genauer gesagt von den USA», kritisierte Peskow. Derweil
werde weiter an der Leitung gearbeitet. Und Russland hoffe, sie wie
geplant Ende des Jahres fertigstellen zu können.

Nord Stream 2 garantiere eine gegenseitige Abhängigkeit Russlands und
der EU, sagte Peskow. Solch ein Nutzen für beide Seiten sei nicht
zuletzt der Schlüssel für gute Beziehungen. Die Rohstoffgroßmacht
Russland wiederum ist angewiesen auf die Einnahmen aus dem
Gasgeschäft. Der Kremlsprecher warnte davor, dass die Einfuhr von
Flüssiggas aus den USA etwa 30 Prozent teurer werde als die
derzeitigen Lieferungen von Pipelinegas. Mit einem Verständnis von
«ehrlichem Wettbewerb» passe das nicht zusammen, meinte er.

In der EU gibt es Befürworter und Gegner des Projekts. Zuletzt schlug
sich Frankreich im Unterschied zu Deutschland auf die Seite derer,
die die EU-Gasrichtlinie ändern wollen.



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