Lambsdorff: Französische Haltung zu Pipeline deutsches «Versagen»

08.02.2019 12:28

Berlin (dpa) - FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff sieht die
Verantwortung für die Differenzen mit Frankreich im Streit um die
Ostseepipeline Nord Stream 2 bei Deutschland. «Das drohende Votum
Frankreichs gegen Nord Stream 2 ist nicht nur ein Versagen der
deutschen Diplomatie, sondern der ganzen Bundesregierung», erklärte
Lambsdorff am Freitag. «Durch ihr amateurhaftes Vorgehen hat sie sich
innerhalb der EU völlig isoliert und Deutschland in eine
katastrophale Verhandlungsposition manövriert.»

Die EU-Botschafter wollten am Freitag über die EU-Gasrichtlinie
abstimmen, die es der EU-Kommission ermöglichen würde, das
deutsch-russische Pipeline-Projekt deutlich strenger zu regulieren.
Frankreich hatte überraschend angekündigt, die Richtlinienänderung zu

unterstützen.

Lambsdorff unterstellte, Außenminister Heiko Maas (SPD) habe nicht
bemerkt, dass «unser wichtigster Verbündeter» sich in dieser Frage
umorientiere. Die Ablehnung von Nord Stream 2 sei Frankreich nicht zu
verdenken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe den französischen
Präsidenten Emmanuel Macron mit seinen europapolitischen
Reformvorschlägen anderthalb Jahre lang «am ausgestreckten Arm
verhungern lassen und so auch innenpolitisch geschwächt».

FDP-Chef Christian Lindner erklärte auf Twitter: «Die nun offene
Realisierung von #NordStream2 ist das eine, das offene Zerwürfnis
zwischen Paris und Berlin das andere. Blick nach vorn: Die
#Energiepolitik in der EU muss abgestimmt werden, deutsche
Alleingänge bringen nichts.»



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