Streit um Nord Stream 2: Russland warnt vor Hindernissen

09.02.2019 12:35

Moskau (dpa) - Im Streit über den Bau der russisch-deutschen
Erdgasleitung Nord Stream 2 warnt Moskau vor neuen Hürden. «Wenn dem
Projekt Hindernisse bereitet werden, um Russland zu zwingen, Gas
durch die Ukraine zu ihren Bedingungen, zu ihren Tarifen und mit
Ungewissheiten in juristischen Dingen zu pumpen, dann wird diese
Nummer wahrscheinlich nicht klappen», sagte Vizeaußenminister
Alexander Pankin am Samstag der Nachrichtenagentur Ria Nowosti
zufolge - ohne ein Land beim Namen zu nennen.

Zugleich sicherte er zu, dass Russland auch weiter Gas durch die
Ukraine liefern werde. «Ja, wir sind bereit, den ukrainischen Transit
fortzusetzen, aber unter den Bedingungen, die wir brauchen.» Bislang
verdienten Länder wie die Ukraine und Polen viel Geld mit
Durchleitungsgebühren.

Mit Nord Stream 2 sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter
Erdgas aus Russland an Drittstaaten wie der Ukraine oder Polen vorbei
durch die Ostsee nach Deutschland transportiert werden können. Die
Kritiker von Nord Stream 2 argumentieren, dass die Leitung die
energiepolitische Abhängigkeit Europas von Russland verstärke.

Am Freitag hatten sich die EU-Staaten auf einen Kompromiss
verständigt, der den Weiterbau ermöglicht. Demnach könnten über
Änderungen an der EU-Gasrichtlinie zwar strengere Auflagen für das
Milliardenprojekt beschlossen werden. Zugleich soll aber
sichergestellt werden, dass die Fertigstellung der 1200 Kilometer
langen Leitung davon nicht gefährdet wird. Nord Stream 2 wird vom
russischen Staatsmonopolisten Gazprom gesteuert.

Der russische Vizeaußenminister nannte Gazprom einen «ziemlich
zuverlässigen Lieferanten» für die Verbraucher in Europa. Deshalb
sollte die Leitung auch zu Ende gebaut werden.



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