Schweiz und Großbritannien unterzeichnen Handelsvertrag

11.02.2019 15:09

Bern (dpa) - Die Schweiz hat mit Großbritannien als eines der ersten
Länder einen Handelsvertrag für die Zeit nach dem Brexit
ausgehandelt. In Bern reichten sich am Montag der Schweizer
Wirtschaftsminister Guy Parmelin und der britische Minister für
internationalen Handel, Liam Fox, nach der Unterschrift die Hände.

Mit dem Vertrag wollen beide Seiten eine reibungslose Fortsetzung
ihrer Beziehungen sicherstellen, nachdem Großbritannien aus der EU
ausgetreten ist. Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied, ist aber über
Abkommen eng an die EU gebunden und nimmt am EU-Binnenmarkt teil.

Möglich seien Komplikationen im Agrarbereich, warnte Parmelin. Wenn
das britische Parlament am 29. März ohne Einigung auf den in Brüssel
ausgehandelten Austrittsvertrag aus der EU ausscheidet, drohe eine
Unterbrechung der Einfuhren von Tieren und tierischen Produkten aus
Großbritannien. Das bilaterale Abkommen tritt am 30. März in Kraft,
falls es keinen Deal zwischen Großbritannien und der EU gibt.
Andernfalls gilt es nach dem Ende der vorgesehenen zweijährigen
Übergangsfrist, in der die EU-Regeln weiter gelten.

Beide Lander hatten unter anderem schon den Luftverkehr und Belange
des Versicherungswesens bilateral geregelt, ebenso das
Aufenthaltsrecht im jeweils anderen Land für ihre Bürger.

Die Schweiz exportiert im Jahr Waren im Wert von 11,4 Milliarden
Franken (rund zehn Mrd Euro) nach Großbritannien, wie Parmelin sagte.
Großbritannien ist damit der sechstwichtigste Absatzmarkt. Die
Schweiz sei für Großbritannien die fünftwichtigste Exportpartnerin
außerhalb der EU.



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