Brüssel will marktbeherrschende Stellung von Apple prüfen

14.03.2019 17:20

Brüssel (dpa) - EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will
nach der Beschwerde des Musikstreaming-Dienstes Spotify prüfen, ob
Apple eine marktbeherrschende Stellung zugeschrieben werden kann.
«Wir müssen in diesem Zusammenhang die Rolle von Apple und von Apples
App Store untersuchen», sagte Vestager dem «Tagesspiegel»
(Freitagausgabe). «Falls wir zu der Auffassung kommen, dass sie eine
marktbeherrschende Stellung haben, wäre der Fall vergleichbar mit
unserem Verfahren gegen Google.»

Eine marktbeherrschende Stellung in ihren Verfahren gegen Google
stellte die Kommission fest, weil der Konzern in Europa einen Anteil
von rund 90 Prozent bei der Internet-Suche hat - und sein
Smartphone-Betriebsystem Android in etwa 80 Prozent der verkauften
Telefone läuft. Im Fall von Apple ist die Situation anders - die
iPhones etwa haben nur einen Anteil von rund 15 Prozent am
Smartphone-Absatz. Allerdings lässt Apple Apps auf die Geräte nur aus
seiner hauseigenen Download-Plattform laden - und kontrolliert damit
nach Auslegungen einiger Experten den Markt für iPhone-Apps.

«Wir haben eine Plattform, die Kunden zu verschiedenen Anbietern
leitet, und dann beginnt die Plattform, solche Geschäfte selbst zu
machen, also selbst zum Anbieter zu werden», sagte Vestager. Das sei
ein Muster, «das wir schon kennen», betonte die Kommissarin. «Und es

betrifft eine Kernfrage des Wettbewerbsrechts, nämlich wie geht man
mit Internetplattformen um?»

Die EU-Kommission hatte 2017 ein Bußgeld von 2,42 Milliarden Euro
gegen Google verhängt, weil Google aus Sicht der Wettbewerbshüter
Preissuchmaschinen benachteiligt hatte - zum Vorteil seiner eigenen
Shopping-Suche.

Spotify prangerte in der Beschwerde am Mittwoch unter anderem an,
dass der Dienst bei Abo-Abschlüssen auf dem iPhone - wie auch bei
anderen In-App-Käufen auf der Plattform - einen spürbaren Teil der
Erlöse an Apple abgeben soll. Apple habe dadurch einen Vorteil bei
der Preisbildung seines eigenen Musikangebots.

Ungewöhnlich für Vestager während eines laufenden Falls zeigte sie am

Donnerstag Sympathie für die Position des Spotify-Chefs Daniel Ek.
Sie bezeichnete seine Forderung nach gleichen Rahmenbedingungen für
fairen Wettbewerb bei einem Auftritt in Berlin auf Twitter als
«starke Botschaft».



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