Wirtschaft: Firmen planen wegen Brexit-Unsicherheiten Verlagerungen

14.03.2019 20:08

Berlin (dpa) - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht
nach dem Votum des britischen Parlaments für eine Verschiebung des
EU-Austritts keinen Grund zur Entwarnung. «Ein ungeregelter Brexit
ist nicht vom Tisch, die Verunsicherung für die Wirtschaft wird in
die Länge gezogen», erklärte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am
Donnerstagabend in Berlin. Die Frage, worauf sich die Unternehmen
einstellen müssten, bleibe ungelöst. «Viele Unternehmen planen
aufgrund der unklaren Rahmenbedingungen bereits ganz konkret,
Investitionen von der Insel abzuziehen und in andere Märkte,
insbesondere auf das europäische Festland, zu verlagern.»

Das britische Parlament stimmte zwei Wochen vor dem geplanten Brexit
am Donnerstagabend für eine Verschiebung des EU-Austritts. Das
zwischen Premierministerin Theresa May und Brüssel vereinbarte
Brexit-Abkommen konnte bisher wegen des Widerstands im Unterhaus
nicht ratifiziert werden. Eine Verlängerung der Austrittsfrist müssen
alle 27 übrigen Mitgliedstaaten billigen. May verknüpfte die
Abstimmung über die Verschiebung indirekt mit einer Entscheidung über
ihr Brexit-Abkommen. Ihr zufolge sollen die Abgeordneten die Wahl
zwischen einer langen und einer kurzen Verschiebung haben.



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