Apple weist Wettbewerbsvorwürfe von Spotify zurück

15.03.2019 08:51

Cupertino (dpa) - Apple hat den Vorwurf des Musikdienstes Spotify,
der iPhone-Konzern betreibe unfairen Wettbewerb, zurückgewiesen.
Spotify greife zu «irreführender Rhetorik», um eigene finanzielle
Interessen voranzutreiben, kritisierte Apple in einer am Freitag
veröffentlichten ausführlichen Antwort.

Spotify hatte am Mittwoch eine offizielle Beschwerde bei der
EU-Kommission eingereicht. Der Musikstreaming-Marktführer
argumentierte unter anderem, er sei dadurch im Nachteil, weil er für
Abo-Abschlüsse innerhalb der iPhone-App einen spürbaren Teil der
Erlöse an Apple abgeben müsse, während der Plattform-Betreiber selbst

bei Apple Music den gesamten Betrag behalten könne. Außerdem habe
Apple Spotify von eigenen Produkten wie der Assistenzsoftware Siri,
dem vernetzten Lautsprecher HomePod und der Computer-Uhr Apple Watch
ferngehalten.

Letzten Vorwurf bestritt Apple ausdrücklich. Der Konzern habe Spotify
Unterstützung bei der Einbindung von Siri angeboten - und die App für
die Apple Watch sei im September 2018 im gleichen Verfahren wie bei
anderen Anbietern freigegeben worden.

Gleichzeitig verteidigte Apple das Geschäftsmodell in seinem App
Store. «Apple verbindet Spotify mit unseren Nutzern. Wir stellen die
Plattform, über die Nutzer deren App herunterladen und
aktualisieren.» Außerdem biete Apple Entwicklerwerkzeuge an und habe
ein sicheres Bezahlsystem aufgebaut, «dank dem Nutzer Vertrauen in
In-App-Transaktionen haben».

Spotify wolle weiter von all diesen Vorteilen profitieren, so als
wären sie eine kostenlose App, während sie auch 100 Prozent der
Erlöse einbehalten. «Wir denken, das wäre falsch.» Zugleich verwies

Apple darauf, dass ein Großteil der Spotify-Nutzer die Gratis-Version
der App verwende und viele andere zu kostenpflichtigen Abos über
Deals mit Mobilfunk-Anbietern gekommen seien, an die der Musikdienst
ähnliche Erlösanteile abgeben müsse. Auf den Vorwurf, dass Apple als

Plattformbetreiber einen Preisvorteil habe, ging der Konzern in
seiner Antwort nicht direkt ein.

Dafür warf Apple dem Musikdienst aus Schweden aber in scharfen Worten
eigennützige Motive vor: «Hinter der Rhetorik verbirgt sich das Ziel
von Spotify, mehr Geld aus der Arbeit anderer zu machen.» Das zeige
sich auch darin, dass Spotify jüngst gegen eine US-Entscheidung vor
Gericht gezogen sei, die höhere Urheberrechtsabgaben bringen soll.
Apple verzichtete im Gegensatz zu anderen Streamingdiensten auf eine
Klage.



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