So viele Grüne-Kandidaten zur Kommunalwahl wie noch nie

15.04.2019 19:06

Am 26. Mai können die Thüringer die Mitglieder der Kommunalparlamente
wählen und ihre Stimme bei der Europawahl abgeben. Die Grünen haben
sich dafür viel vorgenommen.

Erfurt (dpa/th) - Bei den Kommunalwahlen Ende Mai in Thüringen treten
die Grünen nach Angaben des Landesverbandes mit so vielen Kandidaten
an wie noch nie. Insgesamt schicke seine Partei 900 Bewerber ins
Rennen, sagte Landessprecher Denis Peisker am Montag in Erfurt. Das
seien etwa ein Viertel mehr Kandidaten als bei den Kommunalwahlen
2014. Vor allem die Themen Klimaschutz und Kampf gegen
Rechtsextremismus und Rechtspopulismus bewegten die Menschen, sich
für die Grünen zu engagieren.

CDU-Chef Mike Mohring erklärte, seine Partei wolle stärkste Kraft in
Thüringen bei den Kommunal- und Europawahlen am 26. Mai werden. Ein
von der CDU beschlossenes Kommunalwahlprogramm setzt sich unter
anderem für gleiche Lebensbedingungen in den Städten und ländlichen
Regionen ein. Die Ziele reichten von wohnortnahen Schulen bis zu
bezahlbaren Wohnungen und der Senkung der Grunderwerbssteuer, die
derzeit bei 6,5 Prozent des Immobilienwertes liegt.

Laut Peisker soll der Kommunal- mit dem Europawahlkampf verbunden
werden. Für viele Projekte in den Städten und Gemeinden setze die
Europäische Union die Rahmenbedingungen. Das wolle seine Partei
deutlich machen, indem die Kampagnen für beide Wahlkämpfe aufeinander
abgestimmt seien. So bestimme die EU beispielsweise, ab wann ein
Gewässer als sauber gelte und wie der Elektroschrott vor Ort zu
entsorgen sei, sagte die Grüne-Kandidatin für das Europaparlament,
Anna Cavazzini. Sie kandidiert auf der Bundesliste der Grünen auf
Platz sieben. Sie wird vom Thüringer Landesverband unterstützt.

Cavazzini erklärte, die Grünen würden sich klar zur EU bekennen,
diese aber auch reformieren wollen. «Wir verteidigen Europa, wir
kämpfen aber auch für ein anderes Europa.» So müsste die europäis
che
Steuerpolitik vereinheitlicht und der Klimaschutz verbessert werden.
«Die Europäische Union ist da noch viel zu langsam.» Die Kandidatin
hofft, dass das politische Gewicht kleiner Parteien wie der Grünen im
Europaparlament nach den Wahlen zunimmt.



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