Deutsche Industrie warnt vor Eskalation in Handelskonflikten

14.05.2019 04:00

Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie warnt vor einer Eskalation im
Handelskonflikt zwischen den USA und China. «Der anhaltende
Konfrontationskurs zwischen den USA und China gefährdet die
Weltwirtschaft massiv», sagte der Hauptgeschäftsführer des
Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, der
Deutschen Presse-Agentur. Der Handelskonflikt wirke sich umso stärker
auf die Weltkonjunktur aus, je länger er dauere. «Unternehmen
investieren nicht, wenn unklar ist, ob ihre Geschäfte bald durch
Zölle unterbrochen werden. Der Konflikt trifft direkt europäische
Unternehmen, die Produktionsstätten in den USA und China haben.»

Nach der Erhöhung der US-Zölle auf China-Waren hatte Peking
seinerseits Sonderabgaben auf US-Produkte im Wert von 60 Milliarden
US-Dollar (53,34 Mrd Euro) angekündigt. Die Bundesregierung und
führende Wirtschaftsforscher hatten ihre Prognose für das deutsche
Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bereits deutlich gesenkt. Ein
Hauptgrund sind Unsicherheiten wegen Handelskonflikten. Das belastet
die exportstarke deutsche Wirtschaft. Auch der Streit zwischen den
USA und der EU ist weiter nicht beigelegt.

Die Reaktion aus Peking beweise, wie schädlich Zollspiralen für
Verbraucher und Unternehmen seien, sagte Lang. Die schnelle Antwort
drohe die kontraproduktive Entwicklung weiter zu beschleunigen.

Auch die angedrohten US-Zölle auf Fahrzeuge und Fahrzeugteile seien
ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft, so Lang. «Zölle unter

dem Deckmantel der nationalen Sicherheit schaden den USA und ihren
Nato-Verbündeten. Dies hat weder sicherheitspolitisch noch
wirtschaftspolitisch Sinn.» China und die USA seien wichtige Märkte
für deutsche Unternehmen. «Wirtschaftlich wird kein beteiligtes Land
von einem Handelskonflikt profitieren. Nationale Alleingänge und
Zölle sind falsch.»



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