Fußballstar Neymar gewinnt Markenstreit am EU-Gericht

14.05.2019 12:24

Der brasilianische Fußballstar Neymar ist weltweit bekannt, jedes
Jahr verdient er Millionen. Ein Portugiese hatte versucht, sich die
Rechte für eine gleichnamige Marke zu sichern. Die Begründung
überzeugte das EU-Gericht nun aber überhaupt nicht.

Luxemburg (dpa) - Der brasilianische Fußballstar Neymar hat nach
einem Urteil des EU-Gerichts beste Chancen, künftig die Markenrechte
an seinem Namen zu halten. Die von einem Dritten angemeldete Marke
«NEYMAR» sei nichtig, urteilten die Luxemburger Richter am Dienstag
(Rechtssache T-795/17). Gegen das Urteil kann innerhalb von gut zwei
Monaten noch beim höherrangigen Europäischen Gerichtshof (EuGH)
vorgegangen werden.

Mit Neymar da Silva Santos Júnior - so der volle Name des
Fußballprofis von Paris Saint-Germain - ist der teuerste
Fußballtransfer der Geschichte verbunden. 2017 wechselte er für etwa
222 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Frankreich. Sein
Jahreseinkommen wird auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag
geschätzt.

Hintergrund des Falls vor dem EU-Gericht war eine längere
Auseinandersetzung zwischen Neymar und einem Portugiesen. Dieser
hatte sich 2013 die Markenrechte für «NEYMAR» in der EU für Kleidun
g,
Schuhe und Kopfbedeckungen gesichert. Er gab an, den Namen aus
klanglichen Gründen gewählt zu haben und nicht als Bezugnahme auf den
Spieler. Er erklärte zudem, nicht gewusst zu haben, dass der
Brasilianer damals ein aufstrebender Fußballspieler war. Er sei in
Europa noch unbekannt gewesen.

Das EU-Gericht sah dies allerdings anders. Es kam nun zu dem Schluss,
dass der Portugiese die Bekanntheit des Fußballers ausnutzen wollte.
Die Richter sprechen von einem «Trittbrettfahrer». Es sei nicht
vorstellbar, dass er nichts von der Existenz des Fußballers gewusst
habe, als er die Marke anmeldete.

Neymar sei 2013 und davor bereits in Europa bekannt gewesen, in
erster Linie wegen seiner Spiele für die brasilianische
Nationalmannschaft. Große europäische Fußballvereine seien schon
mehrere Jahre vor seinem Wechsel nach Barcelona im Jahr 2013 auf ihn
aufmerksam geworden.

Der Portugiese habe sich zudem in der Fußballwelt ausgekannt,
erklärten die Luxemburger Richter weiter. Er selbst habe dies
eingeräumt. Außerdem habe er gleichzeitig auch die Marke
«IKER CASILLAS» eingetragen - mit dem Namen des spanischen
Weltmeister-Torhüters von 2010.

Neymar war 2013 vom brasilianischen FC Santos zum FC Barcelona
gewechselt. Mit dem spanischen Verein gewann er 2015 die Champions
League. Mit der brasilianischen Nationalmannschaft wurde er bei der
Weltmeisterschaft 2014 im eigenen Land Vierter.



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