Gesamtmetall: Vertrauensarbeitszeit praktisch tot

14.05.2019 14:10

Berlin/Luxemburg (dpa) - Eine Aufzeichnungspflicht für die gesamte
Arbeitszeit erschwert aus Sicht des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall
flexible Arbeitsformen. «Mit dem heutigen Urteil und der daraus
folgenden Aufzeichnungspflicht ist beispielsweise die
Vertrauensarbeitszeit praktisch tot», kritisierte
Hauptgeschäftsführer Oliver Zander. Bei der sogenannten
Vertrauensarbeitszeit steht die Erfüllung von Zielvorgaben im
Mittelpunkt, nicht die zeitliche Präsenz der Beschäftigten.

Der Europäische Gerichtshof hatte am Dienstag entschieden, dass die
EU-Staaten Arbeitgeber verpflichten sollen, die gesamte Arbeitszeit
ihrer Beschäftigten systematisch zu erfassen, nicht nur die
Überstunden. Das gehe in die völlig falsche Richtung, sagte Zander.

Die IG Metall widersprach. «Gerade in der digitalen Arbeitswelt ist
es wichtig, dass Arbeitszeiten nicht durch die Hintertür verlängert
werden», betonte Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft.
Nur wenn die Zeit erfasst werde, könnten die Beschäftigten
Arbeitszeiten und Privatleben stärker nach ihren individuellen
Bedürfnissen gestalten.



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