Österreichs Bundespräsident unterstützt in Russland Nord Stream 2

15.05.2019 16:34

Sotschi (dpa) - Bei seinem ersten offiziellen Besuch in Russland hat
sich der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen für

die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 ausgesprochen. Das Gas
aus Sibirien sei deutlich günstiger für die europäischen Verbraucher

als das importierte Flüssiggas aus den USA. Das sagte Van der Bellen
am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen
Präsidenten Wladimir Putin. «Österreich hat nicht die Absicht, aus
dem Projekt Nord Stream 2 auszusteigen», sagte er.

Auch Putin sagte, er gehe davon aus, dass der österreichische
Energieversorger OMV als einer der Partner das Vorhaben bis zum
Schluss durchziehe. Die Leitung soll trotz des Widerstandes mehrerer
europäischer Länder Ende des Jahres betriebsbereit sein. Bei der
Pressekonferenz sagte Putin, es sei leichter, mit der Türkei an
solchen Großprojekten zu arbeiten als mit der EU und ihren vielen
Mitgliedsländern.

Die EU-Kommission zeigte sich zuletzt offen für Gespräche mit dem
Betreiber der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2. Es geht um
neue EU-Regeln, die den Betrieb der neuen Pipeline des russischen
Staatskonzerns Gazprom von Russland nach Deutschland schwieriger
machen könnten. Deutschland unterstützt das Projekt. Doch östliche
EU-Staaten und die USA kritisieren, damit mache sich die EU noch
abhängiger von Russland. Vor wenigen Wochen war die EU-Gasrichtlinie
so geändert worden, dass für Nord Stream 2 neue Auflagen gelten
könnten.



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