Weber und Timmermans fordern besseres Verhältnis zu Afrika

15.05.2019 21:37

Brüssel (dpa) - Zur Vermeidung von Migration aus Afrika nach Europa
fordern sowohl der konservative als auch der sozialdemokratische
Spitzenkandidat für die Europawahl ein deutlich engeres Verhältnis
zum Nachbarkontinent. Es brauche einen großen Plan für Afrika, sagte
Frans Timmermans von den europäischen Sozialdemokraten am Mittwoch
bei einer Kandidatendebatte in Brüssel. So könne verhindert werden,
dass Menschen sich auf den Weg nach Europa machten. Zugleich müssten
alle EU-Staaten sich bei der Verteilung von Asylbewerbern solidarisch
zeigen. «Solidarität ist nicht nur für Dinge, die man gut findet»,

sagte Timmermans.

Der Deutsche Manfred Weber von der konservativen Europäischen
Volkspartei verwies zudem darauf, dass die EU möglichst schnell 10
000 Grenzschützer brauche. Als Präsident der EU-Kommission werde er
einen EU-Kommissar einsetzen, der nur für Afrika zuständig sei.

Die Grünen-Spitzenkandidatin Ska Keller forderte wie Timmermans, dass
alle EU-Staaten sich bei der Verteilung von Flüchtlingen solidarisch
zeigen müssten. Jan Zahradil von den Liberal-Konservativen Reformern
lehnte diesen Ansatz hingegen ab.

Das neue Europaparlament wird vom 23. bis zum 26. Mai gewählt. Die
Debatte am Mittwoch war die einzige, in der die Top-Kandidaten der
sechs größten Fraktionen im Parlament aufeinandertrafen. Als
aussichtsreichste Bewerber um die Nachfolge von EU-Kommissionschef
Jean-Claude Juncker gelten Weber und Timmermans als Spitzenkandidaten
der größten Fraktionen im Europaparlament.



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